GNU


Gemeinschaft für Natur- und Umweltschutz
im Kreis Gütersloh e.V.

Insekten Schutz

Schmetterlinge – ein Leben voller Wandlungen


Wenn wir einen Schmetterling sehen, hat er schon viele Verwandlungen hinter sich. Aus einem winzigen Ei an einer Pflanze wurde er zu einer hungrigen Raupe, die sich mehrmals häuten musste, um reif genug für die Verpuppung zu werden. Im Puppenstadium verändert sich die Raupe zum Schmetterling, entwickelt Flügel, Beine und Fühler. Schmetterlingspuppen findet man an Pflanzen hängend oder im Boden. Am Ende der außergewöhnlichen Verwandlung befreit sich der Schmetterling aus der Puppe, entfaltet seine Flügel und fliegt davon.



Ein so abwechslungsreiches Leben braucht eine vielfältige Umgebung – Nektar spendende Blütenpflanzen, Baumsäfte, Wasserpfützen und geeignete Pflanzen für die wählerischen Raupen. Solche Lebensräume finden Schmetterlinge leider immer seltener, denn blütenreiche Mager- und Feuchtwiesen, Säume und Brachland werden zunehmend in „Nutzland“ umgewandelt. Darüber hinaus gefährden Unkraut- und Insektenvernichtungsmittel das Leben der Schmetterlinge.

Schmetterlingen helfen
Schmetterlinge brauchen bestimmte Pflanzen, die ihnen Nahrung spenden oder als Kinderstube dienen. Diese können bei der Gestaltung des eigenen Gartens oder öffentlicher Flächen berücksichtigt werden. Aber auch wer sich beim Essen für Bioprodukte entscheidet, hilft Schmetterlingen, da beim Anbau auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet wird.

Hier eine Auswahl an Schmetterlingspflanzen für den Garten oder Park



Bäume
Weiden, Pappeln, Birken, Obstbäume, Faulbaum

Sträucher
Schlehen, Johannisbeeren, Weißdorn, Schmetterlingsstrauch/Sommerflieder

Nektarspendende Blütenpflanzen
• Frühjahrsblüher: Schlüsselblume, Scilla, Goldlack, Vergissmeinnicht, Baukissen
• Sommerblüher: Disteln, Flockenblumen, Karthäusernelke, Heidenelke, Skabiosen, Oregano, Thymian, Lavendel, Wiesensalbei, Königskerzen, Phlox, Salbei, Dill
• Herbstblüher: Fette Henne, Astern, Wasserdost, Disteln
• Kletterpflanze: Geißblatt

Raupenfutterpflanzen
Viele der beliebtesten und bekanntesten Schmetterlinge wachsen an Brennnesseln heran (kleiner Fuchs, Admiral, Distelfalter, Tagpfauenauge, Landkärtchen, C-Falter). Deshalb sollte man Brennnesseln in einer Ecke im Garten stehen lassen und diese auch am Wegesrand tolerieren. Weitere Futterpflanzen für Raupen sind: Disteln, Dill, Kümmel, Fenchel und Kohl. An Gräsern findet man häufig Raupen der Wiesenschmetterlinge.

Schmetterlingspflanzen in blütenreichen Randstreifen, Säumen und Wiesen Disteln, Wilde Möhre, Jakobsgreiskraut, Nachtkerzen, Labkraut, Königskerzen, Johanniskraut, Steinklee, Klee, Seifenkraut, Margerite, Schafgarbe, Habichtskraut, Natternkopf, Wiesenkümmel.

Schmetterlingsausstellung der GNU
Die GNU hat eine Ausstellung gestaltet, in der die bekanntesten Schmetterlinge und die Entwicklung von Schmetterlingen dargestellt werden. Außerdem werden Tipps gegeben, wie der Garten schmetterlingsfreundlich gestaltet werden kann. Die Ausstellung besteht aus 8 Tafeln (56 x 77 cm), die an üblichen Wandtafeln aus Styropor, Kork etc. geheftet werden können. Die GNU-Ausstellung kann nach Anfrage in der GNU-Geschäftsstelle ausgeliehen werden.



Wildbienen

Wildbienen sind unverzichtbare Bestäuber.
Blüten bestäuben die Honigbienen. Das ist jedoch nur sehr eingeschränkt richtig.

Wer zum Beispiel im Frühjahr Insekten an blühenden roten Johannisbeeren beobachtet, wird fast nie Honigbienen entdecken. Dort übernehmen Wildbienen die Bestäubung, vor allem Hummeln und Sandbienen. Nach Untersuchungen ist die fuchsrote Sandbiene allein für etwa die Hälfte der Johannisbeerenernte verantwortlich.

Ein weiteres Beispiel sind Tomaten: Honigbienen können die Blüten von Tomaten nicht bestäuben, dazu sind sie zu klein und nicht schwer genug. Wildbienen (vor allem Hummeln) sorgen dafür, dass wir trotzdem Tomaten ernten können. Wildbienen sind also in vielen Fällen unverzichtbare Bestäuber von Nutz- und Zierpflanzen.

Wildbienen leben meist solitär

In Deutschland leben über 500 Wildbienenarten. Die meisten von ihnen solitär. Sie gründen im Gegensatz zur Honigbiene keine Völker, sondern leben alleine. Nach der Befruchtung legt das Weibchen Eier und Proviant in eine Brutzelle oder -röhre. Als Nahrung dient ausschließlich Blütenpollen, denn Wildbienen sind Vegetarier. So versorgt wird das Nest im Anschluss verschlossen. Der Nachwuchs entwickelt sich ganz selbstständig weiter.



Wildbienenschutz

Viele Bienen sind durch unterschiedliche Veränderungen in unserer Landschaft mehr oder weniger stark in ihrem Bestand bedroht.
Wildbienen brauchen ein breites Angebot an blühenden Pflanzen und geeignete Strukturen zur Anlage ihrer Nester. In unseren Gärten sind solche Strukturen in der Regel nicht in ausreichendem Maße vorhanden. Naturnah gestaltete Gärten können Wildbienen jedoch einen Ersatzlebensraum bieten.

Hier eine kleine Auswahl von heimischen Wildstauden und Gartenpflanzen, die für Wildbienen besonders wichtig sind:

• Die Traubenhyazinthe ist eine wichtig als Nektarquelle im Frühjahr.
• Der Natternkopf ist eine zweijährige Pflanze, die sehr viele Bienen gern besuchen. 36 Wildbienenarten konnten bisher neben den Hummeln sammelnd am Natternkopf nachgewiesen werden.
• Alle Glockenblumen sind für Wildbienen wertvoll.
• Die Färberkamille ist eine lang blühende Wildstaude.
• Das Herzgespann: für blütenbesuchende Insekten wegen der reichlichen Nektarproduktion wichtig.
• Wollziest: Unentbehrlich, wenn man die Wollbiene beobachten will.
• Die Schwarznessel blüht von Juni bis Oktober. Diese lange Blütenzeit macht sie besonders für Hummeln wertvoll.
• Die Staudenwicke: An ihr kann man die Blattschneiderbiene beobachten.
• Rainfarn: Eine anspruchslose Wildstaude, die an Wegrändern häufig zu finden ist. Man sollte ihr einen Platz im Garten gönnen.

Hier einige Beispiele für Nisthilfen:

Wenn Sie Ihren Garten darüber hinaus mit verschiedenen Nisthilfen ausstatten,
wird die Zahl der Wildbienen und solitären Wespen in kurzer Zeit deutlich steigen.
• Klötze aus harten Laubhölzern mit Bohrlöchern. Geeignet für Mauerbienen (3 Arten), Scherenbienen (3 Arten), Löcherbienen, Seidenbienen, Lehm- und Grabwespen.
• Hohle an einem Ende geschlossene Stängel wie zum Beispiel Bambus. Geeignet für Mauerbienen, Scherenbienen, Lehm- und Grabwespen.
• Senkrecht aufgehängte markhaltige Stängel zum Beispiel von Gartenbrombeeren oder Königskerzen. Notwendig für die kleine grün-metallic farbene Keulhornbiene und eine zierliche Mauerbiene. Die Tiere nagen selbst das Mark zum Nestbau aus.
• Weitere Möglichkeiten sind eine Lehmwand oder auch Kisten, die mit gemagertem Lehm gefüllt sind. In den noch feuchten Lehm sollte man einige Löcher eindrücken. Solche Lehmwände oder Kisten werden von Pelzbienen und Seidenbienen zur Nestanlage genutzt. Mit etwas Glück siedelt sich auch eine Schornsteinwespe an.
• Halb verrottetes Laubholz schließlich wird von Blattschneiderbienen dankbar angenommen.



Nisthilfen für Wildbienen PDF Download