GNU


Gemeinschaft für Natur- und Umweltschutz
im Kreis Gütersloh e.V.

Mobilität in Gütersloh



Unterstützen Sie uns! Mischen Sie sich ein!
Hier verpuffen seit Jahrzehnten unsere Steuergelder in fast leeren Bussen auf Kosten des Klimas und unserer Gesundheit. Lassen Sie das nicht weiter zu! Wir haben ein Recht auf ein attraktives Bussystem, denn wir finanzieren es. Wir würden umsteigen, wie die Autofahrer in anderen Städten, wenn das Angebot stimmt. Wir würden Milliarden unserer Steuergelder sparen, wenn man mit einem attraktiven Busangebot auf den Ausbau von Straßen verzichten könnte. Wir würden auch - wie in anderen Städten bereits praktiziert - Parkhäuser zu Wohnraum und Parkplätze zu Grünanlagen umbauen können. Schreiben Sie Leserbriefe! Wir wären Ihnen dabei behilflich. Wenden Sie sich an Politiker! Wir fordern von Politik und Verwaltung: Denken Sie um! Stellen Sie Fachleute ein! Orientieren Sie sich an erfolgreichen Städten! Bieten Sie uns endlich ein wirklich attraktives Bussystem mit einem dichten Liniennetz und einem 1 € Tagesticket! Verzichten Sie auf den weiteren Ausbau von Straßen!



Busprojekt Gütersloh Zusammenfassung



Was will die GNU erreichen?


Seit 10 Jahren setzt sich die GNU für ein Bussystem in Gütersloh ein, das Autofahrer bewegt, für viele Fahrten auf den Bus umzusteigen. Es wäre ein wirksames Mittel, den Verkehr zu reduzieren, was angesichts der zunehmend schlechter werdenden Gütersloher Luft - u.a. durch 5 Autobahnzubringer- dringend nötig wäre. Gleichzeitig würden weniger Flächen für Parkplätze benötigt. So wurde der riesige Flächenverbrauch in den letzten Jahren häufig durch neue Verkehrsflächen verursacht. Diese Probleme könnte eine gute kreisweite Anbindung durch Bus und Bahn wirklich nachhaltig lösen.


Die Entwicklung der Fahrgastzahlen des „Neuen Buskonzeptes“: stark unterschiedliche Zahlen irritieren


Im Oktober 2014 wurde das „Neue Buskonzept“ der Stadtwerke Gütersloh (SWG) eingeführt. Ziel war eine merkliche Fahrgaststeigerung. Im Arbeitskreis Mobilität im Juli 2017 stellte die GNU deshalb die Frage nach der Fahrgastzahlenveränderung seit der Überarbeitung des Buskonzeptes. Dort stellte die Vertreterin der SWG, Frau Harnitzsch, das Konzept als Erfolg dar. Die Fahrgastzahlen hätten um 74.400 zugenommen. Nach unseren Berechnungen ergab sich aus der Bilanz der SWG nach Einführung des „Neuen Buskonzeptes“ im Zeitraum von 2014 bis 2016 jedoch ein Verlust von 155.400 Fahrgästen.

Aktuell sieht es leider meistens so aus.


Wie ist diese Differenz zu erklären? Frau Hanitzsch erklärt hierzu, dass in ihrer Präsentation die Fahrgastzahlen auf Grundlage der von den SWG in Gütersloh verkauften Tickets dargestellt wurden ( Protokoll der Sitzung). Dabei wurden gewisse Nutzungszahlen zugrundegelegt, aus denen die Fahrgäste abgeleitet wurden. Darüber hinaus stellen Ihre Zahlen die Situation vor dem Einnahmeausgleich dar. Im Geschäftsbericht werden die Fahrgastzahlen dagegen nach dem Einnahmeausgleich aufgeführt. Gütersloh ist Mitglied im Verkehrsverbund der Sechser, was dazu führt, dass die Fahrgäste auf ihrer Wegstrecke von A nach B gegebenenfalls die Leistung von mehreren Verkehrsunternehmen nutzen. Vor diesem Hintergrund müssen die Stadtwerke einen Teil ihrer Einnahmen an andere Verkehrsunternehmen abgeben. Vor den geschilderten Hintergründen interpretieren wir die Zahlen so, dass die Stadtwerke Gütersloh 74.400 mehr „Fahrten“ verkauft haben. Diese fanden allerdings nicht nur in Stadtwerke-Bussen statt, denn hier wurde ein Verlust von 155.400 Fahrgästen ermittelt. Hierzu passt eine Information aus sicherer Quelle, dass die Bielefelder Regionalbusse, deren Nutzung auch mit den von den Stadtwerken verkauften Fahrausweisen möglich ist, mittlerweile ein gutes Drittel der Fahrleistungen innerhalb der Stadtgrenzen von Gütersloh erbringen.


Die GNU fordert belastbare und vergleichbare Zahlen!


Um das „Neue Bus-System“ bewerten zu können und um feststellen zu können, wie sich die Fahrgastzahlen insgesamt in den in Gütersloh fahrenden Bussen - und in welchen - entwickelt haben, muss es belastbare und vergleichbare Zahlen geben. Außerdem hätten wir gerne gewusst, wie viele Schüler befördert werden und wie viele sonstige Passagiere. Ziel ist es ja gerade, den sogenannten „Jedermannverkehr“ zu erhöhen. Inwiefern spielt hierbei die Anbindung an die Bahn eine Rolle? Zusammen mit den GRÜNEN stellten wir für unsere weiteren Ermittlungen darum im November 2017 detailliert Fragen an die Stadtwerke. Hier ein Auszug daraus: Haben die Stadtwerke Zahlen über die Fahrgäste im „Jedermannverkehr“ (= freiwillige Busfahrgäste)? Haben die Stadtwerke Zahlen über die Fahrgäste im Schüler-/Schülerinnen-Verkehr? Teilen die Stadtwerke die Aussage, dass für einen sachgerechten und zielführenden Vorher-Nachher-Vergleich Zahlen von Fahrgästen im „Jedermannverkehr“ und im Schüler-/Schülerinnen-Verkehr - z.B. aufgeschlüsselt nach Linien - benötigt werden? Wie hoch ist die Zahl der Fahrgäste bzw. der Anteil der Fahrgäste, die zwischen dem Stadtbus und dem Schienenper- sonennahverkehr (SPNV) umsteigen? Gibt es Erkenntnisse zum Umsteigeverhalten für die Jahre 2014ff? Welche An schlüsse vom Bus an den SPNV konnten nicht erreicht werden? Auf den Linien 201 (Avenwedde – Friedrichsdorf) und 211 (Blankenhagen – Niehorst) besteht eine starke Nachfrage in den Abendstunden. Gibt es eine differenzierte Analyse, die begründet, warum keine verlängerten Bedienzeiten mit Standardlinienbussen vorgesehen werden? Wann wird eine Verlängerung der Bedienzeiten in den Abendstunden für gerechtfertigt gehalten? Wäre der Platzbedarf am ZOB für ein Durchmesser System nicht ausreichend und eine Verlegung des ZOB überflüssig?

Unser Votum


Wir wünschen uns eine Orientierung an erfolgreichen Kommunen, die teilweise sogar kostendeckend bzw. mit Gewinn ein attraktives Bussystem fast rund um die Uhr anbieten. Es sind Bussysteme, die durch kurze Taktzeiten, intelligente Linienverbindungen mit zahlreichen Umsteigemöglichkeiten schon in den Stadtvierteln besonders attraktiv für die Nutzer sind. Zur Koordinierung und Entwicklung solcher Systeme, sehen wir professionelle Linienplaner als erforderlich an. Diese würden nur einen Bruchteil der Summe von rund 3 Mio. € kosten, welche die SWG als Zuschuss jedes Jahr für ein nicht attraktives Bussystem aufwenden.



Kurzer Rückblick


Seit 7 Jahren setzt sich die GNU für ein Bussystem ein, das so attraktiv sein muss, dass es die Autofahrer zum Umsteigen auf den Bus bewegt. Ein Vorschlag der GNU war z.B., die Buslinien durch den vorhandenen Stadtring, den alle Linien kreuzen, quer zu verbinden, um nicht erst am ZOB sondern schon im Außenbereich umsteigen zu können (Ringlinienmodell s. Seite 10) Um schnell eine drastische Fahrgastzahlerhöhung in den Gütersloher Bussen zu erreichen, stellte die GNU 2008 einen Antrag zum kostenlosen Busfahren nach dem Beispiel der belgischen Stadt Hasselt, wo sich die Anzahl der Fahrgäste von einem Tag auf den anderen verachtfacht hatte und bis 2013 auf 1200 % anstieg. Angesichts der Finanzkrise wurde die Forderung von der GNU modifiziert zum Fahren mit dem 1 € Ticket. In den von der Verwaltung veranstalteten Workshops favorisierten die Teilnehmer eine Untersuchung hierzu. 2012 fasste der Planungsausschuss den Beschluss, die Auswirkungen des 1€ Tickets und eines Ringlinien-Systems zu untersuchen. Beides wurde bisher weder abschließend noch ausreichend beurteilt. Es wurden lediglich Mehrkosten ermittelt, ohne Annahme zusätzlicher Fahrgäste, die das jährliche Defizit von 3 Mio. Euro sofort verringern und bei einer Verdopplung der Fahrgastzahlen (Stand 2010 ) sogar beseitigen.




Gesammelte Daten und Fakten als PDF Download (2,7 MB)

Vergleich Mobilität Gütersloh / Detmold PDF Download (1,66 MB)