GNU

Geplante Fällung von 472 Bäumen Kaserne Verler Str. Position GNU

Laut einem Bericht für den Ausschuss für Umwelt und Ordnung im September 2020 ergab der Zustand der Straßenbäume ein trauriges Bild: 2361 Bäume sind stark geschädigt bzw. schon tot.

Aber auch an anderer Stelle wird den Bäumen immer mehr zugesetzt und dass, obwohl der Erhalt jedes einzelnen Baumes nicht zuletzt aus Klimaschutzgründen wichtig ist.
So wurde die Fällung von 40 gesunden Bäumen für den Aldi- Neubau genehmigt, werden 21 gesunde Bäume für die Fußgängerbrücke gefällt, werden rund 40 gesunde Bäume, die der Baumschutz-Satzung unterliegen, für die Erweiterung der dritten Gesamtschule geopfert.
Angemerkt: Alle Ergebnisse resultieren aus Siegerentwürfen - Verlierer sind die Bäume!

In Halle, wo die Firma Storck für eine Erweiterung 80 Bäume fällen möchte, sitzen gerade junge Menschen auf den Bäumen und kämpfen für ihre/unsere Zukunft und gegen die Klimakatastrophe.

Und jetzt soll am nächsten Montag, den 1. März 2021 um 17 Uhr in der Stadthalle im Hauptausschuss über einen weiterern Siegerentwurf bzw. seinen Umgang mit den Bäumen auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne an der Verler Straße diskutiert werden.
Der überarbeitete, leicht angepasste Siegerentwurf plant eine Fällung von 472 Bäumen auf dem Gelände. Allein für den Neubau eines Innovationszentrum im Eingangsbereich des Quartiers sollen 98 gesunde Bäume gefällt werden.

Die GNU stellt folgende Fragen:

• Wie können derartige Entwürfe überhaupt noch angenommen und gar zum Sieger erklärt werden?
• Wie lässt sich das mit dem Votum der Verwaltung und Politik im Dezember 2020 vereinbaren, dass der Klimabeirat zu einem Gremium der Stadtgesellschaft für eine klimagerechte Stadtentwicklung weiterentwickelt werden soll?
• Haben Politik und Verwaltung den Ernst der Lage noch nicht begriffen oder ignoriert man ihn schlichtweg für ein „Weiter wie bisher“?
• Schert man sich gar nicht um die eigene Glaubwürdigkeit hinsichtlich seiner "Bekenntnisse" zum Klimaschutz?

Die Planungen zum Quartier zeigen eindeutig, dass man die Baumfällungen gar nicht mehr "ausgleichen" kann, denn die Flächen für Neuanpflanzungen fehlen einfach.
Für die 98 Bäume im Eingangsbereich sollen lediglich 6 neue nachgepflanzt werden, für die 472 auf dem Gelände nur 221. Den Ausweg sieht man seit einiger Zeit in Ausgleichszahlungen bzw. der Sammlung von Ökopunkten. Das macht aber eines ganz klar: Hier werden nicht nur unser Stadtklima und unsere Gesundheit geschädigt, sondern alle Bekenntnisse zum Klimaschutz zur bitteren Lachnummer/ad absurdum geführt.

Wenn nicht endlich ein ernsthaftes Umdenken passiert und die rasante Fällung sogar gesunder Bäume so weiter geht und der Erhalt von Bäumen nicht bei allen Planungen Vorrang hat, müssen wir unseren Enkeln bald erzählen: Gütersloh war einmal eine „Stadt im Grünen“!

Und sie werden fragen: „Was habt ihr getan?“

Angelika Daum
Vorstandsmitglied


Klimawandel fordert einen Neustart!
Der neue Regionalplan bleibt bei einem
„weiter so“ im Flächenverbrauch.

Seit November 2020 liegt der von der Bezirksregierung Detmold erarbeitete Entwurf des neuen Regionalplans OWL für die Kommunen, Verbände, aber auch für die Bürgern*innen zur Stellungnahme aus.

Für die extrem umfangreichen Unterlagen von mehreren Tausend Seiten steht nur ein kurzer Zeitraum bis zum 31. März 2021 zur Verfügung, um Einwände und Anregungen bei der Bezirksregierung abzugeben.

Der Regionalplan betrifft alle Menschen in OWL, denn er stellt die Weichen für den Flächenbedarf der nächsten 20 Jahre. Es sollen in dieser Raumplanung bzw. Regionalplanung die unterschiedlichen Anforderungen an den Raum aufeinander abgestimmt werden, Konflikte ausgeglichen und Vorsorge für einzelne Nutzungen und Funktionen des Raums getroffen werden.

Der vorliegende Planentwurf erfüllt diese Aufgabe nicht. Er hat für die Themen Klimaschutz/Klimaanpassung, Biodiversitätsschutz und eng damit verbunden Flächenverbrauch keine klar definierte und Nachhaltige Zielvorstellungen entwickelt, die für den Gesamtraum gelten. Der vorgestellt Plan ist aus unserer Sicht damit nicht Zukunftsfähigkeit.

Der Kreis Gütersloh hat laut Planung einen Bedarf an Fläche von jährlich 34,2 ha bis 2040 vorgesehen, also eine Gesamtfläche von ca. 680 ha. Das entspricht der doppelten Größe des alten Flughafens von Gütersloh. Die Kommunen melden darin ihre Flächenbedarfe an, die sie in den kommenden 20 Jahren in Bauland, Gewerbeflächen und Straßenflächen umwandeln wollen: fast 3.000 ha sind angemeldet, mehr als das 4 fache des großzügig berechneten Bedarfs!!

So darf es nicht mehr weiter gehen. Wir fordern daher eine grundlegende Überarbeitung des Planentwurfs um eine Wende in der Bodenpolitik zu erreichen.

Die Ziele einer Nachhaltigkeitsstrategie (Pariser Klimaabkommen) sind mit diesem Entwurf nicht zu erreichen. Im Regierungsbezirk Detmold haben die Flächen für Siedlung und Verkehr, die im letzten Regionalplan festgelegt waren, allein bis 2019 um mehr als 13,3 % zugenommen.

Mitmachen und seine Einwände abgeben kann jeder Bürger im Kreis Gütersloh. Der Regionalplan ist auf der Seite der Bezirksregierung zu finden und auch auf der Seite des Kreises Gütersloh.

Link – Mehr Informationen zum Regionalplan OWL





B 64n Herzebrock-Clarholz

Axtbach, Ems und Baggersee sollen Teil des Biotopverbundes werden


Die Bezirksregierung in Detmold hat die Aufgabe, den Regionalplan fortzuschreiben. Der Regionalplan berücksichtigt alle in Ostwestfalen-Lippe bis 2035 vorgesehenen Planungen z.B. für Siedlungs- und Industriegebiete, für Straßen und weitere Infrastruktur und auch für den Natur- und Klimaschutz.
Der Regionalplanentwurf berücksichtigt vornehmlich die von den Kommunalverwaltungen eingereichten Unterlagen. Aber bis zum 31. März kann jede*r Bürger*in den Regionalplan einsehen und Vorschläge bzw. Einwendungen schreiben. Das können ebenso auch Interessengruppen, Vereine und Verbände. Die Adresse siehe Link unten.

Der örtliche Arbeitskreis der Gemeinschaft für Natur- und Umweltschutz / GNU befasst sich schwerpunktmäßig mit dem im Regionalplan beschriebenen Biotop-Verbund. Das sind Flächen und Bereiche, die insbesondere für die tierische und pflanzliche Mitwelt angesichts der intensiven Landschaftsnutzung durch Besiedlung, Gewerbe und großflächiger Landwirtschaft von herausragender Bedeutung sind. Zu diesen Flächen und Bereichen zählen für die GNU besonders die Gewässer. Gewässer und ihr Umfeld sind Lebensräume für viele Tiere und Pflanzen. Damit z.B. Eisvogel, Goldammer, Stieglitz, Fledermaus sowie Fische und Libellen auch künftig und besser als bisher Nist-, Futter- und Rückzugsbereiche finden, setzen sich die Mitglieder der GNU dafür ein, den Axtbach samt Axtbachaue, das Emsgebiet Mersch und den Baggersee in Pixel in den ostwestfälischen Biotopverbund aufzunehmen. Da Herzebrock-Clarholz bisher noch keine Biotopverbundbereiche aufweist, und nur über verhältnismäßig kleinräumige Naturschutzzonen verfügt, hoffen die Initiatoren auf die Unterstützung von Politik und Verwaltung und natürlich auf.