GNU


Gemeinschaft für Natur- und Umweltschutz
im Kreis Gütersloh e.V.

Kahlschlag Malvenweg verhindern !



Die GNU setzt sich für den Erhalt von wertvollem Baumbestand in der Stadt Gütersloh am Malvenweg ein.




Wäldchen am Malvenweg – derzeitiger Sachstand (Juni 2017)
Nach fast zehnmonatigem Einsatz der GNU für den Erhalt des hundertjährigen Baumbestandes ergibt sich folgender Sachstand:
Auch der zweite dahingehende Antrag der GNU wurde im Planungsausschuss am 23.05.2017 mehrheitlich von der CDU, SPD und UWG abgelehnt mit der Begründung, dass man preiswerte Wohnungen brauche. Da der Bauverein nach Protesten und Demos von seinem Bauvorhaben erfreulicherweise Abstand genommen hatte, ruht das Verfahren. Es wurde also nicht abgeschlossen und müsste mit jedem neuen Investor neu bearbeitet werden. Von Seiten der GNU auf jeden Fall mit Widerspruch, da der hohe ökologische Wert des Wäldchens u. E. keine Bebauung zulässt. Die Bäume im Rahmen einer Ausgleichsfläche zu schützen, ist nicht möglich – wie ein Gespräch mit der Umweltdezernentin Frau Lang ergab – da die Fläche schon die höchste Wertigkeit hat und als Ausgleichsfläche, wie vorgeschrieben, nicht mehr aufgewertet werden könnte. Es heißt also, weiter wachsam zu bleiben!

Im April 2016 wurde im Planungsausschuss über ein Bauvorhaben des Bauvereins e.V. abgestimmt. Im Gütersloher Malvenweg sollte ein Wäldchen mit insgesamt 40 Bäumen gefällt werden, um dem Bau eines Wohnblocks mit 15 Wohneinheiten, darunter 5 Sozialwohnungen, Platz zu machen. Besonders erhaltenswert in dem Wäldchen sind 9 kerngesunde Eichen, die bereits über hundert Jahre alt sind und an dieser Stelle eine wertvolle grüne Oase inmitten einiger großer Wohnkomplexe bilden. Die GNU hat sich für den Erhalt dieser Bäume stark gemacht und führt folgende Argumente gegen den Kahlschlag an:

• In einer Stadt, wo laut Bericht des Grünflächenamtes über die Hälfte der Stadtbäume in einem schlechten Zustand sind, ist jeder einzelne gesunde Baum überaus wertvoll. Um die Leistung dieser vitalen Baumriesen für die Luftqualität der Stadt Gütersloh auszugleichen, müssten pro Baum 2700 Bäume, also rund 30.00 neue Bäume gepflanzt werden! (Quelle: Aloys Bernatzky: Baum und Mensch, 1976, S. 16-20, Sauerstoffproduktion/ CO2- Verzehr - Was ist ein Baum wert?) Der Platz dafür ist gar nicht da und die Kosten gingen in die Millionen.

• Die Gesundheit der Bürger hängt wesentlich von der Luftqualität ab. Ein Gutachten, das die Stadt bereits 2002- 2004 beauftragt hatte, ergibt, dass der Malvenweg - wie der größte Teil des besiedelten Stadtgebietes - mit schlechter Durchlüftung und erhöhten Immissionswerten " zum lufthygienischen Lastraum mit eingeschränkter Luftqualität " eingestuft wird. Obwohl der Verkehr sich in den letzten Jahren vervielfacht hat, nehmen die Verwaltung und die Politiker der CDU, SPD und UWG durch den dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum weitere Einschränkungen der Luftqualität in Kauf und stimmten im Planungsausschuss für die Rodung des Wäldchens.

Es gäbe noch viele weitere Gründe (Bodenversiegelung, Lebensraum für Tiere, grünes, harmonisches Stadtbild, etc), die für den Erhalt der Bäume am Malvenweg sprechen. Die GNU hat sich engagiert, formal einen Antrag auf Erhalt des Wäldchens gestellt und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit durch Leserbriefe auf dieses Bauvorhaben gelenkt. Die Bemühungen gipfelten in einer öffentlichen Demonstration am Malvenweg im Januar 2017. Seite an Seite mit den GRÜNEN, der BfGt, den LINKEN und ca. 50 Umweltfreunden und Anwohnern, trat die GNU vor Ort für den Erhalt der alten Bäume ein.

Tatsächlich zog der Bauverein Gütersloh seinen Antrag zum Bau des Wohnblocks kurze Zeit später zurück. Dabei war von Anfeindungen und Verunglimpfungen die Rede, doch von Seiten der GNU wurde zu keinem Zeitpunkt der Bauverein selbst angegriffen. Trotz der Freude um den einstweiligen Erhalt der Bäume am Malvenweg ist festzuhalten, dass die Situation nach wie vor Maßnahmen zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum erfordert, nur muss dabei eine umweltverträgliche Lösung gefunden werden, notfalls in kleineren Einheiten gebaut werden und keinesfalls darf dafür gesunder alter Baumbestand unwiederbringlich geopfert werden. Nach Auskunft der Verwaltung liegt die “ Angelegenheit “ momentan in der Schublade. Damit sie nicht mit einem neuen Investor wieder von vorn beginnt, wird die GNU wachsam bleiben und notfalls neue Anträge stellen.

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